Als Einsteiger im Affiliate Marketing kann es zu Beginn doch das ein oder andere Verständnisproblem geben. Die Einstiegsbarrieren  sind zwar  in diesem Bereich sehr klein und man ist schnell als Publisher angemeldet, doch bei der Wahl des richtigen Programmes und dem passenden Vergütungsmodell  erscheinen schon oft die ersten Fragezeichen.

Im Artikel „Was ist Affiliate Marketing und wie funktioniert das eigentlich“ habe ich dir bereits einen kurzen Einblick in das Thema gegeben.

Im heutigen Artikel möchte ich dir die verschiedenen Vergütungsmodelle im Affiliate Marketing vorstellen, damit du dir hierüber einen besseren Überblick verschaffen kannst.

Die verschiedenen Vergütungsmodelle

Bei der Art der Provision wird im Affiliate Marketing zwischen mehreren Vergütungsmodellen unterschieden:

Pay per Click (PPC)

Im Affiliate Marketing ist das PPC Vergütungsmodell in der heutigen Zeit etwas in den Hintergrund getreten und wird von eher wenigen Advertisern eingesetzt. Bei diesem Modell erhält der Affiliate Provisionen für Klicks auf das vom Merchant bereitgestellte Werbemittel (Textlinks oder Banner).

Die Provisionen für Klicks liegen meistens im niedrigeren Eurocent Bereich. Die Provision beim PPC ist nur an den Klick auf das Werbemittel gebunden. Was der Besucher im Anschluss auf der Zielseite tut (oder auch nicht) hat hier provisionstechnisch keinerlei Auswirkung mehr. Ein prominentes Beispiel für Pay Per Click Vergütung ist Google Adsense.

Pay per Sale  (PPS)

Das Pay per Sale Vergütungsmodell ist eines der beliebtesten und am häufigsten anzutreffenden Provisionsmodelle.  Auch hier wird die Grundlage durch die Platzierung eines Werbemittels (Text oder Bannerlink) auf der eigenen Webseite/Blog mit Link zur Produktseite des Merchants gelegt.

Der Besucher, der nun über eines der Werbemittel zur Produkteseite des Anbieters gelangt, muss aber noch eine Handlung tätigen bevor der Affiliate eine Provision erwirtschaftet: Der Besucher muss das Produkt kaufen! D.h. dass erst eine Vergütung erfolgt, wenn durch betreffende Werbung ein Umsatz geniert wurde.

Hat der Besucher nun gekauft und ist dadurch zum Kunden des Merchants geworden, erhält der Affiliate eine einmalige Vergütung für den vermittelten Verkauf. Die Abrechnung erfolgt hier in den meisten Fällen über die prozentuale Provisionierung – beispielsweise erhält der Affiliate eine Provision von 25 % auf den Netto Warenwert.

Darüber hinaus gibt es bei einigen Merchants auch das Vergütungsmodell der festen Provision – bspw. 25,00 € Provision pro Verkauf.

Pay per Lead (PPL)

Eine weitere sehr beliebte und verbreitete Provisionierung ist das Pay per Lead Vergütungsmodell. Bei diesem Modell erhält der Affiliate eine Vergütung, wenn der Besucher einen Erstkontakt zum Anbieter aufnimmt. Es geht hierbei im Regelfall um die Qualifizierung von Kundendaten. In der Praxis findest du beispielsweise sehr häufig in der Versicherungs- und Finanzbranche diese Form der Vergütung. Ein Besucher füllt hierbei ein Formular aus, um sich ein unverbindliches Angebot bei einer Versicherung einzuholen. Mit den abgefragten Daten hat der Versicherer zwar noch keinen Umsatz generiert, da Versicherungen meist nicht sofort abgeschlossen werden, aber er erhält einen qualifizierten Datensatz von einem potentiellen Kunden, dem er dann ein maßgeschneidertes Angebot  unterbreiten kann oder ihn direkt per Telefon zum Thema beraten kann.

Durch die Vermittlung dieses Erstkontaktes erhält der Affiliate eine Vergütung.

Weitere Einsatzgebiete des Pay per Lead Modells sind beispielsweise auch die Anmeldung bzw. das Abonnieren eines Newsletters, die Einrichtung eines Kundenkontos, die Teilnahme an einem Gewinnspiel, oder die Anmeldung zu einem Browsergame.

Die Provisionssätze sind in der Regel im Durchschnitt etwas niedriger als beim Pay per Sale Modell, wobei man hier natürlich auch branchenabhängig unterscheiden muss. Der Versicherungs- und Finanzsektor ist ein sehr umkämpfter Bereich, der auch mit hohen Vergütungen lockt (gerade im Bereich der privaten Krankenversicherung und bei Lebens-/Rentenversicherungsprodukten).

Pay per Sign Up

Das Pay per Sign Up Modell ist eigentlich ein Zweigmodell vom Pay per Lead Modell. Hierbei muss sich der Besucher auf der Seite des Merchants anmelden. Eine Vergütung erfolgt analog zur Pay per Lead Variante.

Pay per Install

Auch dieses Modell lässt sich streng genommen dem Pay per Lead Modell zuordnen. Es geht beim Pay per Install Modell darum, dass ein vermittelter Besucher eine Software, App, etc. auf seinem Endgerät installiert. Ist dieser Vorgang abgeschlossen erhält der Affiliate seine Vergütung.

Pay per View

Ein aussterbendes Vergütungsmodell im Affiliate Marketing ist das Pay per View Modell. Es gibt eigentlich kaum noch Merchants, die dieses Modell im Affiliate Marketing einsetzen. Beim Pay per View Vergütungsmodell erhält der Affiliate eine Vergütung für eine festdefinierte Anzahl an Sichtkontakten.

Das Pay per View Modell ist eigentlich kein Thema mehr im Bereich des Affiliate Marketings. Es findet seine Anwendung primär im Bereich der Bannervermarktung wo ein fester Preis für 1000 Sichtkontakte (TKP) vom Werbekunden bezahlt wird.

Lifetime Provisionen

Ein für Affiliates sehr interessantes Vergütungsmodell ist die Lifetime-Vergütung. Hierbei vermittelt der Affiliate dem Merchant einen Kunden und bekommt dauerhafte bzw. wiederkehrende Provisionen.

Dieses Vergütungsmodell ist beispielsweise sehr oft bei Abomodellen oder SaaS Lösungen (Software as a Service) anzutreffen. Kauft der Kunde beispielsweise einen Zugang zur webbasierten Software mit einer 12 monatigen Laufzeit, so bekommt der Affiliate beispielsweise monatlich eine wiederkehrende Provision. Manche Anbieter vergüten auch über einen festen Zeitraum hinaus. Hierbei erhält der Affiliate „echte“ Lifetime Provisionen, denn solange sein vermittelter Kunde auch weiterhin Kunde des Merchants ist, erhält er seine monatliche (oder vierteljährliche…) Vergütung.

Das Interessanteste für Affiliates an diesem Vergütungsmodell ist sicherlich die Möglichkeit auf dauerhafte und wiederkehrende Einnahmen.

Fazit: Nun kennst du mögliche Vergütungsmodelle im Affiliate Marketing und kannst vielleicht etwas besser entscheiden welches Modell bzw. welche Modelle für deine Webprojekte am Sinnvollsten sind.